MONSTER IM KLEIDERSCHRANK

KURZFASSUNG Greenpeace Report

Eine neue Greenpeace Untersuchung

hat eine breite Palette gefährlicher Chemikalien in Kleidung & Schuhen für Kinder zu Tage gefördert.

 

Betroffen sind bekannte Marken in den Bereichen Fast Fashion – Sportkleidung – Edeltextilien .   Die neue Untersuchung bestätigt, dass der Einsatz von gefährlichen Chemikalien noch immer weit verbreitet ist  –   auch bei der Herstellung von Kleidung für Kinder und Kleinkinder!

      • Insgesamt wurden 2013 in 25 Ländern/Regionen weltweit 82 Textilprodukte für Kinder erworben.
      • Die Produkte waren in mindestens 12 verschiedenen Ländern/Regionen hergestellt worden.
      • In Markenläden oder bei anderen autorisierten Einzelhändlern.
      • H&M, Adidas, Nike, Puma, C&A, Disney, Burberry, GAP, American Apparel, Primark, Uniqolo, Lining
      • Die Produkte wurden an das Greenpeace Forschungslabor an der Universität Exter in Großbritannien geschickt und von dort aus, auf unabhängige akkreditierte Labors verteilt.
      • Alle im Testkatalog enthaltenen gefährlichen Chemikalien wurden in verschiedenen Produkten in Konzentrationen gefunden, die über den in dieser Studie geltenden technischen Bestimmungsgrenzen lagen.
      • Alle erworbenen Produkte waren für Kinder und Kleinkinder gedacht.
      • Alle Produkte wurden untersucht auf:

Nonylphenolethoxylate   NPE

Phthalate   DEHP

Zinn organische Verbindungen  PFC /PFOS /PFOA

Antimon

 

DIE UNTERNEHMEN MÜSSEN SICH ÄNDERN

Große global operierende Textilunternehmen können auf die Eliminierung von Gefahrstoffen in der Industrie hinarbeiten. Mit ihrem Einfluss können sie auf Änderungen in ihren Lieferketten hinwirken und einen echten Fortschritt in Richtung einer giftfreien Zukunft für unsere Kinder erzielen.

Greenpeace ruft diese Unternehmen auf, die Dringlichkeit der Situation anzuerkennen und eine Führungsrolle einzunehmen, indem sie sich dazu verpflichten keine gefährlichen Chemikalien mehr einzusetzen. Diese Verpflichtung sollte ambitionierte, aber einhaltbare Zeitpläne beinhalten, die zu der schnellen Eliminierung gefährlicher Substanzen führen und durch glaubwürdiges Handeln umgesetzt werden.

Seit dem Start der Greenpeace Detox-Kampagne im 2011

    • haben sich 18 große Bekleidungsunternehmen & Marken wie H&M habe sich öffentlich dazu verpflichtet, ihre Lieferketten zu entgiften. Die meisten dieser Unternehmen nehmen ihre Führungsrolle tatsächlich ernst und machen konkrete Fortschritte bei der Erfüllung ihrer Selbstverpflichtung.
    • Drei von ihnen aber, Adidas, Nike & Lining, lassen hierbei das nötige Engagement vermissen. Andere Marken haben es bis heute versäumt, sich eindeutig für giftfreie Kleidung einzusetzen, obwohl zahlreiche Greenpeace-Reports ihren Beitrag zum Giftskandal belegen.

DIE POLITIK MUSS HANDELN

    • Greenpeace ruft die Regierungen auf, politische Verantwortung dafür zu übernehmen, innerhalb einer Generation die Freisetzung aller gefährlichen Chemikalien auf null zu reduzieren.
    • Diese Verpflichtung muss mit einem umfassenden Bündel von Richtlinien und Verordnungen für das Chemikalienmanagement einhergehen, die kurzfristige Ziele zum Verbot der Produktion und Nutzung besonders gefährlicher Chemikalien setzen.

    • Jedes Einzelnen unsere Kinder sollten in einer Welt ohne gefährliche Chemikalien leben können. Die Menschen rund um den Globus haben die Macht und die Verpflichtung, eine solche Welt Realität werden zu lassen. Wenn wir als Eltern, Bürger und Konsumenten gemeinsam handeln, können wir die großen Marken und die verantwortlichen Regierungen zu dem Wandel bewegen, den unsere Welt so dringend braucht.



ZENTRALE ERGEBNISSE

Nonylphenolethoxylate NPE

      • wurden in 50 der 82 analysierten Produkte wiesen eine zu hohe Konzentrationen von bis zu 61 % auf.
      • Bei Produkten aus 10 der 12 Herstellungsländer konnten NPE nachgewiesen werden.
      • Von jeder Marke wurde mindestens 1 Artikel positiv getestet.
      • Die Marken mit der höchsten Konzentration in ihren Produkten waren C&A, Disney, American Apparel. Burberry

Phthalate DEHP

      • wurden in 33 von 35 Proben mit Plastisol- Aufdrucken nachgewiesen, von denen 2 Artikel weitaus höhere Phthalat- Konzentrationen als die übrigen getesteten Artikel aufwiesen.
      • für Spielzeuge und Kinderpflegeprodukte in der EU geltenden Verordnungen wären diese beiden Produkten unzulässig.

> Diese Verordnungen gelten allerdings nicht für Kleidung !!! <

Zinn organische Verbindungen PFC /PFOS /PFOA

      • wurden in 3 von 21 Artikeln mit Plastisol Aufdrucken und 3 von 5 Artikeln aus dem Segment Fußbekleidung gefunden.
      • Die höchsten Konzentrationen fanden sich in Schuhen von Puma & Adidas, wobei ein Puma-Sportschuh der Spitzenreiter war.
      • Bei allen genannten Produkten lagen die Konzentrationen über den Ökotex- Standard (einem freiwilligen Öko-Label)
      • In jedem der getestete Artikel wurden ein oder mehrere PFC gefunden.
      • relativ hohe Konzentrationen wiesen  3 Adidas Produkte &  1 Nike Kleinkind-Jacke auf.
      • Die Analyse auf ionische PFC ergab PFOS in  1 Adidas-Schuh und in Badebekleidung von Burberry.
      • Die Konzentration von PFOA lag bei einem Badeanzug von Adidas weit über dem Grenzwert und auch über dem Wert in der Adidas eigenen Schadstoff Ausschlussliste.

Antimon

wurde in allen 36 Artikeln nachgewiesen, die Gewebe aus Polyester oder einer Mischung aus Polyester mit anderen Fasern enthielten.

 

DIE UNTERNEHMN MÜSSEN SICH ÄNDERN

Der vorliegende Report, der für jede eines oder mehrere Kinderprodukte identifiziert, betont die Dringlichkeit, mit der die betreffenden Marken ihre Lieferketten entgiften müssen.

Nur so kann eine giftfreie Zukunft für die kommenden Generationen sichergestellt werden!